Disruption

Unter Disruption versteht man im Wirtschaftskontext eine sehr große Veränderung gegenüber dem momentanen Status. Die flächendeckende Einführung und Verfügbarmachung von Elektrizität war beispielsweise eine Disruption, die erhebliche Veränderungen in Bezug auf Arbeitsabläufe, Werkzeuge, Maschinen, Anlagen und Effizienz mit sich brachte. Da viele kleine Veränderungen geläufig sind, fällt es Unternehmen schwer, mit großen, die Welt verändernden, Entwicklungen Schritt zu halten.

1. Warum stellen disruptive Veränderungen eine Gefahr für Unternehmen dar?

Ein Unternehmen ist in aller Regel stets damit beschäftigt, sich zu verändern. Es gibt Anlässe dafür, die das Unternehmen selbst festlegt, beispielsweise neue Zielsetzungen, neue Produkte oder interne Optimierungen zur Schonung von Ressourcen. Von außen sind in den letzten Jahren weitere Anlässe zur Veränderung dazugekommen. Das steigende Bewusstsein für Umwelt-Themen gehört beispielsweise ebenso dazu wie die Digitalisierung, die als „Mega-Trend“ alle Bereiche unseres Wirtschaftslebens umfasst.

Disruption kann als sprunghafte Veränderung angesehen werden, was so viel bedeutet wie: Es werden Zwischenschritte „übersprungen“ und es wird ein „großer Schritt" nach vorne gemacht. Da Unternehmen sich mit kleinen, überschaubaren Veränderungen (Trippelschritte) leichter tun, „verlernen“ sie im Laufe der Zeit, mit großen und von außen ausgelösten Veränderungen zurechtzukommen – und je größer die Veränderung, umso stärker fällt dieser Effekt aus. Damit ist auch die Gefahr, die damit einhergeht, wenn das Unternehmen nicht „Schritt halten“ kann, umso gravierender, denn es ist höchst wahrscheinlich, dass eines der anderen Unternehmen am Markt sich mit dem Thema konstruktiv befasst und eine Lösung gefunden hat, wie man diesen Schritt denn tun könnte.

2. Welche Verbindung besteht zwischen disruptiver Veränderung und Ambidextrie?

Der Explore-Modus in der Ambidextrie ist jener, in dem die Auseinandersetzung mit Veränderungen von außen angelegt ist. Die Frage, die mit dem Explore-Modus gut beantwortet werden kann, lautet in etwa „tja… und jetzt?“. Das heißt, dass ein völlig offenes und unstrukturiertes Feld vor dem Team liegt und aufgrund der Neuartigkeit bestehen noch keine Blaupausen, verbindlichen Regeln oder gar Vorschriften, an denen man sich orientieren könnte. Um diese Art von Regelwerk in einer Art zu erschaffen, die für ein Unternehmen funktioniert, bietet der Explore-Modus mit seiner ganzen Werkzeugpalette das richtige Rüstzeug.

3. Wie kann Ambidextrie bei der Bewältigung von Disruption unterstützen?

Im Kontext von Veränderungen sind beide in der Ambidextrie beschriebenen Modi geeignet. Für besonders große und unstrukturierte Problemfelder sind jedoch Kompetenzen aus dem Explore-Bereich gut geeignet: Dort werden verschiedene Sichtweisen zu einem bestimmten Thema/Problem zusammengetragen und gegenübergestellt. Wenn man sich in einem Bereich befindet, in dem es noch keine festgefahrenen Wege und Abläufe gibt, ist jede neue Sichtweise hilfreich, denn sie verbessert das Problemverständnis. Daraus können dann erste Ideen und Lösungsansätze entstehen, die zunächst völlig offen und ohne Begrenzung diskutiert werden können. Erst wenn es daran geht, Ansätze in Bezug auf Machbarkeit, Ressourceneinsatz und Chance auf Realisierung zu prüfen, erhält der Exploit-Modus wieder Raum: Mithilfe des Werkzeugspektrums des Exploit-Modus können Ideen geprüft und priorisiert werden, sie können aufgrund bestimmter relevanter Kriterien gegenübergestellt werden – so ergänzen sich beide Modi perfekt, um Veränderungen, die von außen ans Unternehmen herangetragen werden, in interne Entscheidungen und Handlungen zu überführen.

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