Kritik

Die Kritik an der Ambidextrie tritt dann auf, wenn man mit Zielen und Grundannahmen der Ambidextrie nicht einverstanden ist – man also z. B. in Frage stellt, dass das Fortbestehen der Organisation ein erstrebenswertes Ziel ist. Denn genau dorthin zielt Ambidextrie. Der Schritt von einem theoretischen Konstrukt hin zu einem machtvollen Werkzeug, um über Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen neu zu denken, ist nicht ganz einfach zugänglich, so dass eine gewisse Beschäftigung mit dem Konzept und den Grundlagen die Arbeit enorm erleichtert, aber auch ein wenig Aufwand mit sich bringt.

1. Welche Kritik kann man an der Ambidextrie üben?

Ambidextrie unterstützt Unternehmen dabei, Strategien zu entwickeln, das eigene Verhalten zu reflektieren und auf Veränderungen in der Umwelt zu reagieren. Die organisationale Ambidextrie beinhaltet eine bestimmte Sicht auf Unternehmen, die an ihrem Zweck ausgerichtet ist: Die Entwicklung von Organisationen zu beschreiben, zu erklären, zu unterstützen und so Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit herzustellen. Das langfristige Fortbestehen der Organisation ist das Hauptthema, die Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit der Akteure das Ziel. Dieses Ziel hinterfragt die Ambidextrie nicht, sondern setzt es voraus. Wenn man also mit diesem Ziel nicht einverstanden ist, kann man Ambidextrie als Werkzeug nicht ohne weiteres anwenden.

Wie jedes Modell vereinfacht auch die Ambidextrie, um bestimmte Zusammenhänge sichtbar zu machen, die dem Auge verborgen blieben, wenn man nicht durch die „Ambidextriebrille“ blicken würden. Damit kann man der Ambidextrie – wie übrigens jedem Modell – vorwerfen, dass es eine grobe Vereinfachung ist, dass die Welt komplexer ist (was stimmt) und dass sie eine Menge Aspekte außer Acht lässt. Dennoch haben Modelle aller Art immensen Wert und darin liegen große Chancen, zu einem besseren Verständnis über die Welt zu gelangen.

2. Was macht die Arbeit mit Ambidextrie schwierig?

Ambidextrie war lange Zeit eher graue Theorie – sie klang plausibel, aber der Schritt in die konkrete Praxis musste erst geebnet werden. Deshalb ist das Arbeiten mit der Ambidextrie als Instrument nicht so einfach zugänglich wie z. B. eine Übersicht mit Goldenen Regeln oder einer Checkliste, die man einfach abarbeiten kann. Eine gewisse Auseinandersetzung mit dem Thema ist nötig, um die Chancen in Vorteile zu verwandeln. Weil wir die Vorteile allen Organisationen zugänglich machen wollen, forschen wir weiter, liefern Ideen, Inspiration, Beispiele, Use Cases und arbeiten an jenen Fragen, die sich auch Unternehmen immer wieder beantworten müssen.

Lust auf mehr Informationen?

Weiter geht es mit Führung

Mehr über Führung erfahren