Change

Der Sinnspruch, dass nichts so beständig ist wie der Wandel, hat Einzug in unseren allgemeinen Sprachgebrauch gehalten. Change Management ist Ausdruck der Tatsache, dass Veränderung nichts ist, was man „so nebenbei“ bewältigen kann. Die Ambidextrie gibt Veränderung einen bestimmten Rahmen, indem Veränderungsphasen erkannt und benannt werden – nicht zuletzt wird Veränderungsbedarf begründet und kann so an die Mitarbeitenden kommuniziert werden. Dies sorgt für erhöhte Akzeptanz.

1. Was hat Change Management mit Ambidextrie zu tun?

Betrachten wir die ureigensten Aufgaben von Unternehmen einmal aus einer großen Entfernung, so lassen sich bestimmte zyklische Verläufe erkennen: Das Unternehmen (oder, ganz zu Beginn: der Gründer) ersinnt ein Produkt und produziert und vertreibt dieses. Damit hat er eine gewisse Zeit lang Erfolg, bis sich der Absatz des Produkts langsam verringert. Der Grund kann in veränderten Anforderungen, an Konkurrenzprodukten oder anderen Rahmenfaktoren liegen. Das Unternehmen muss auf diese Rahmenfaktoren reagieren und sich verändern – hier findet also Change statt, der entsprechend begleitet, moderiert oder „gemanagt“ werden muss.

Ambidextrie hat für diese Phasen (die eigentlich verschiedene Aufgaben sind) Begrifflichkeiten gefunden: Im Explore-Modus (von engl. to explore = erforschen) werden neue Ideen gesammelt, Produkte designt und Dienstleistungen ersonnen. Ist die Entscheidung für ein (neues) Produkt oder eine neue Dienstleistung gefallen, wird die Produktion oder Erbringung der Dienstleistung in die Linie überführt. Wenn dort vorher ein anderes Produkt hergestellt oder eine andere Dienstleistung erbracht wurde, entsteht eine Veränderung, die vor dem Hintergrund der Ambidextrie gut erklärt werden kann. Wir befinden uns ständig in einer Welle zwischen „weiter wie bisher“ und „jetzt müssen wir es anders machen“. Nur die Geschwindigkeit hat zugenommen und deshalb ist die ständige Veränderung zur Daueraufgabe geworden. Mit Hilfe der Ambidextrie hat man die Chance, die Wellen zu erklären und jeweils den Punkt zu benennen, an dem aus einem bewährten „weiter so“ ein „jetzt müssen wir es anders machen“ werden muss, um den langfristigen Erfolgt am Markt nicht zu gefährden.

2. Wie kann Ambidextrie dabei unterstützen, Veränderung zu bewältigen?

Im Unternehmenskontext sind diese Veränderungen natürlich vielgestaltig, sie können von Änderungen in den Arbeitsabläufen über die Zusammenlegung (oder das Auseinandernehmen) von Projektteams bis hin zu kompletten Neuausrichtungen von Geschäftsfeldern reichen. Die Aktionen, die auf verschiedenen Ebenen des Unternehmens nötig sind, erfordern natürlich auch verschiedenen Maßnahmen und Vorgehensweisen und oft ergibt sich aus dem Umschaltspiel auf der Entscheider-Ebene ein Zeitverzug. Die Veränderung kommt erst viel später in den operativen Bereichen an und so passen von der Wahrnehmung her Entscheidung und Veränderung nicht mehr zusammen – Verwirrung und Verweigerung können die Folge sein.

Ambidextrie gibt den verschiedenen Phasen einen Namen und sie verknüpft eine bestimmte Anforderung (z. B. ein geändertes Kundenverhalten) mit einer verändernden Maßnahme. Wie im Change Management schon lange bekannt, steigt die Akzeptanz von Veränderungen, wenn der Sinn der Veränderung kommuniziert werden kann. Ambidextrie kann also die Schwierigkeiten beim Mitnehmen von Menschen nicht lösen, sie kann jedoch einen erklärenden Rahmen bieten, um Hintergründe und Zusammenhänge besser zu verdeutlichen. Da dazu gute Führung auf jeder Ebene vonnöten ist, weist Führungskräften in diesem Kontext eine besonders wichtige Rolle zu.

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